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Pu-Erh-Tee – Der Rotwein unter den Tees

Informationen zu Pu Erh Tee: Geschichte, Herstellung, Zubereitung und  Abnehmen mit Pu Erh Tee
Ein Tee, der seit mehr als 1700 Jahren getrunken wird, bis zu 70 Jahre reifen kann, mit dem Alter immer teurer wird und über dessen Wirkung auf Körper und Geist heftig gestritten wird? Nein, Du hast Dich nicht im auf der Seite geirrt – Hier geht es nicht um Rotwein, sondern eine äußerst spannende Teesorte: den Pu-Erh, einen besonderen chinesischen Grüntee.
Pu Erh Tee wird sein 1700 Jahren in der Provin Yunnan im Südwesten Chinas getrunken
Was macht den Pu Erh Tee so besonders?
Pu-Erh-Tee wird in Formen gepresst und dann bis für 70 Jahre gelagert damit er reift
Herstellung und Zubereitung des Pu-Erh-Tee
Pu Erh Tee gehört zu den roten Tees in China, das entspricht einem westlichen Schwarztee
Die Mythen um die Wirkung von Pu Erh Tee

Was macht den Pu Erh Tee so besonders?

Pu Erh Tee stammt aus dem Bezirk Pu Erh in der Provinz Yunnan im Gebirge im Südwesten in China angebaut.
Jahrtausende alte Teekultur

Pu-Erh-Tee ist eine der ältesten Teesorten überhaupt. In dem gleichnamigen Bezirk Pu Erh wird er im Hochland auf etwa 1500 bis 2000 Metern im Südwesten Chinas in der Provinz Yunnan (Provinz des ewigen Frühlings) seit mehr als 1700 Jahren getrunken. Der Pu-Erh wird aus den Teeblättern des Qingmao, einer speziellen Unterart der Teepflanze (camellia sinensis) hergestellt. Diese spezielle Gattung ist eigentlich mehr Baum als Pflanze, denn sie kann bis zu 30 Meter hoch und bis zu 800 Jahre alt werden.
  Mythos Pu Erh

 

Das Besondere an diesem Tee ist aber vor allem der spezielle Reifeprozess, den er durchläuft. So mancher Pu-Erh reift über 70 Jahre! Und genau wie beim Rotwein gilt auch hier: Je älter, desto kostbarer. Dabei entfalten sich viele intensive Aromen: vollmundig, erdig, feinsäuerlich, süßlich. Angeblich wurde der Pu-Erh zeitweise während der Han Dynastie (ca. 200 n. Chr.) sogar mit Gold aufgewogen! Kein Wunder also, dass er zu dieser Zeit hauptsächlich den Adelsfamilien vorenthalten war. Viele Mythen ranken sich um den Pu-Erh – damals wie heute. Das macht ihn zu einem besonders spannenden Tee, bei dem es sich lohnt genauer hinzuschauen.

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Herstellung und Zubereitung des Pu-Erh-Tee

Pu-Erh-Tee kann man heute in Formen kaufen, in denen er gepresst wird damit er reifen kann
Gereifter Tee in gepresster Form

 

Die ursprüngliche Methode einen Pu-Erh zu verarbeiten, besteht aus zwei grundsätzlichen Schritten: Teilfermentation und Reife. Alles beginnt mit dem Ernten und direkt im Anschluss dem Dämpfen und Trocknen der Blätter des Qingmao- Baums. Dann werden die Blätter in großen Kesseln erhitzt, sodass die enzymatischen Prozesse in den Blättern gestoppt werden. Dadurch werden sie teilfermentiert, bevor sie in einem zweiten Schritt zu Fladen, Kugeln, Kuchen, Pilzformen oder auch Ziegeln ("Briks") zusammengepresst werden. Pu-Erh Tee ist deshalb heute noch als Ziegeltee bekannt. Das Pressen erfolgte ursprünglich aus Transport- und Lagergründen. Im Anschluss an das Pressen wird der Tee traditionell für mindestens 5 Jahre zum Reifen eingelagert (Post-Fermentation). In dieser Zeit ist eine große Anzahl an Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze an diesem Reifeprozess beteiligt und verleiht dem Pu-Erh-Tee ein vielseitiges und intensives Aroma, das für den europäischen Gaumen manchmal etwas ungewohnt wirkt. Je länger ein Pu-Erh reift, desto intensiver wird er auch im Geschmack. Ähnlich wie Rotwein wird der Pu-Erh kostspieliger, je länger er gereift ist. So mancher Pu-Erh kann bis zu 70 Jahre alt sein – die Preisklasse ist dabei nach oben offen.

 

Künstlicher Reifeprozess durch Starterkulturen

 

Ab 1970 wurde allerdings eine industrielle Methode entwickelt, um den Pu-Erh-Tee schneller reifen zu lassen. Dem Tee wurden künstlich Mikroorganismen hinzugefügt, wodurch die Reifezeit auf wenige Monate verkürzt wurde. Pu-Erh-Tee kann heute in drei verschiedenen Formen erworben werden:

 

 

 

  • Roher, ungereifter Pu-Erh-Tee (“Sheng”)

  • Natürlich gereifter Pu-Erh-Tee (“Shu”)

  • Künstlich gereiften Pu-Erh-Tee (wird oft als “Shu” verkauft)

 

Pu-Erh - Grüntee, Schwarztee oder roter Tee?

 

Wegen seiner komplexen Herstellung lässt sich die Frage, zu welcher Teesorte der Pu-Erh eigentlich zählt, nicht so leicht beantworten. Ursprünglich gehörte er zu den Grünen Tees. Durch die Fermentation und den Reifeprozess, der durch Trocknung und Lagerung einsetzt, wird er dunkler – also zu einer Art Schwarztee. In China benennt man den Tee im Gegensatz zum Westen aber nicht nach der Farbe der Blätter, sondern nach der des Aufgusses. Deshalb ist der Pu Erh auch unter dem Namen Roter Tee bekannt.

 

Wie-Pu-Erh-Tee zubereitet wird

 

Von dem in Form gepressten Pu-Erh-Tee wird mit Hilfe eines speziellen Teemessers die gewünschte Menge abgeschnitten. Der Tee selbst wird mit 95 Grad Celsius heißem Wasser aufgegossen, der erste Aufguss sollte eine halbe Minute ziehen. Auch im Rahmen der chinesischen Teezeremonie wird der Pu-Erh-Tee seit Jahrtausenden rituell zubereitet, wobei bis zu vier Aufgüsse mit demselben Tee durchgeführt werden. Oftmals wird der erste Aufguss aber weggeschüttet – der Tee wird “gewaschen”.

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Die Mythen um die Wirkung von Pu Erh Tee

Pu Erh Tee wird in gepresster Form aufbewahrt. In dieser Form kann man den Pu Erh Tee kaufen.
Lebensmittel statt Wundermittel

 

Die Wirkung von Pu-Erh-Tee auf Körper und Geist ist stark umstritten. In der Vergangenheit wurde der Tee als Schlankmacher angepriesen und beinahe als Wundermittel zum natürlichen Gewichtsverlust verkauft.  Ab und an wird Pu-Erh immer noch als Tee zum Abnehmen umworben. Wissenschaftliche Beweise für diese Wirkungen rund um den Pu-Erh liegen allerdings nicht vor. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) widerspricht diesen Darstellungen und warnt sogar davor, dass besonders billiger Pu-Erh-Tee aus bestimmten Anbaugebieten hochgradig mit Pflanzenschutzmittel belastet sein kann. Wer wirklich einen Pu-Erh probieren möchte, sollte also zumindest darauf achten, dass er aus kontrolliert biologischem Anbau stammt und sich keine falschen Hoffnungen machen: Beim Pu-Erh handelt es sich in erster Linie um ein besonderes, traditionelles Lebensmittel – nicht mehr aber auch nicht weniger.

  Faszination Pu Erh Tee

 

Anstatt als Wundermittel sollte man den Pu-Erh lieber als Genussmittel, wie einen besonderen Rotwein betrachten. Jeder Tee-Experte sollte ihn einmal probiert haben. Übermäßiger Konsum kann sich wie mit allem anderen auch negativ auf die Gesundheit auswirken. In Anbetracht seiner aufwendigen Herstellung, seiner Bedeutung für die chinesische Teekultur und seines Alters ist der Pu-Erh-Tee eine der spannendsten Teesorten überhaupt. Ihn als Fettkiller und Wundermittel gegen Übergewicht zu umwerben, wird diesem besonderen, traditionsreichen Tee aber nicht gerecht. Das hat auch mit einem gewissen Respekt gegenüber dem Tee selbst zu tun.
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