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Weißer Tee – von der Herstellung über die Zubereitung bis hin zur Geschmacksvielfalt

Weißer Tee in seiner edelsten Sorte wird als  “weißhaar Silbernadel” oder auch als “weiße Pfingstrose”  bezeichnet. Für 1kg Teeblätter müssen bis zu 30.000 Blattknospen geerntet werden. Was genau aber hat es mit diesem Tee und dessen Herstellung auf sich?

Der Weiße Tee nimmt nach seinem Aufguss eine blassgelbe Farbe an.
Einmal vorweg: Ja. Es gibt sowohl Grünen, Schwarzen als auch Weißen & Gelben Tee. Und nein. Diese Teesorten stammen nicht jeweils von einer eigenen Teepflanze ab. Nach wie vor ist dieser Irrtum in Europa weit verbreitet. Doch unterscheiden sich die Sorten nicht in ihrer Pflanze, sondern vielmehr in dem Prozess ihrer Herstellung.

Wie bereits gesagt, stammen alle Teearten von denselben grünen Blättern der Teepflanze ab. Je nach Art der Verarbeitung der geernteten Blätter bilden sich letzten Endes die einzelnen Farben. Natürlich gibt es auch hier große Unterschiede in der Qualität und es muss auch hervorgehoben werden, dass bestimmte Züchtungen der Teepflanze sich für spezifische Arten der Verarbeitung besser eignen als für andere.
Viele Legenden ranken sich nach wie vor um den erstmals in China während der Ming-Dynastie erwähnten Weißen Tee. Er ist nach wie vor hoch geschätzt unter den Tee-Experten und gilt auf Grund der sorgfältigen Auswahl des Pflückguts, seines komplexen Herstellungsprozesses und wegen seiner gesunden Einflüsse auf den Körper als sehr exklusiv.

Das komplexe Herstellungsverfahren

Die Teeknospen und -blättchen des Weißen Tees werden bei der Herstellung quasi in ihrem Urzustand belassen. Bereits vor dem Pflücken werden die Sträucher beschattet, wie es zum Beispiel auch bei Matcha-Tee der Fall ist. Mit diesem Verfahren wird der Koffeingehalt der Pflanze erhöht und das Aroma der Knospen verstärkt. Für die weiße Spitzensorte Bai Hao Yin Zhen werden im Fujian-Gebiet nach einer winterlichen Vegetationspause Ende März und im April lediglich geschlossene Frühjahrsknospen gepflückt. Diese weisen in jedem Fall noch das “Pekoe”, den “silbrigen Flaum” auf. Diesem Flaum verdankt der Weiße Tee auch seinen Namen. Irrtümlicherweise wird häufig angenommen, dass der Name auf einer weißen Verfärbung des Aufgusses basiert. Jedoch verfärbt sich das Wasser nicht weiß, sondern blassgelb. Somit ist die Bezeichnung Weißer Tee rein auf den weißen Flaum zurückzuführen, der die geschlossenen Knospen umkleidet.
Die Blätter müssen trocken gepflückt und stets vor Nässe und viel Sonnenlicht geschützt werden, damit jegliches Austreten von Teesaft verhindert werden kann. Nur so kann gewährleistet werden, dass eben dieser Saft mit dem Sauerstoff der Luft reagiert und sich braun verfärbt. Aus denselben Gründen wird bei der Lagerung darauf geachtet, dass die Teeblätter in flachen Körben gut belüftet und danach schonend behandelt werden. Durch eine vorsichtige Trocknung werden die Teeblätter schließlich haltbar gemacht.

Die Geschmacksvielfalt des Weißen Tees

Der Ursprung von Weißem Tee liegt in den hoch gelegenen Bergregionen der chinesischen Provinz Fujian. Der auch heute noch in diesem Gebiet angebaute Tee weist ein feines, leicht süßliches Aroma auf, was wunderbar zu seiner hellen Farbe passt. Geschmacklich liegt er zwischen Grünem Tee und halbfermentiertem Oolong Tee. Stärker tanninhaltige Züchtungen dahingegen, wie zum Beispiel Weißer Tee mit einem Assam-Anteil, schmecken eher bitter. Wer das vermeiden möchte, sollte tatsächlich zu Weißem Tee aus dem Fujian-Gebiet greifen.
Der hochwertigste der aus diesem Gebiet stammenden Tees ist der bereits erwähnte Bai Hao Yin Zhen, auch als “Weißhaar Silbernadel” bekannt. Ähnlich hochwertig ist der Bai Mu Dan, die “weiße Pfingstrose”.

Weißer Tee wird ebenfalls aus der Camellia Sinensis hergestellt, allerdings aus den feinen weißen Knospen der Teepflanze.

Weißer Tee früher versus weißer Tee heute

Anfänglich war der Weiße Tee tatsächlich lediglich am kaiserlichen Hof zugänglich. Dieser sollte von Jungfrauen mit weißen Handschuhen gepflückt werden, indem sie goldene Scheren nutzten. Wenn auch nicht unter eben diesen Umständen, ist aufgrund des komplexen Herstellungsverfahrens verständlich, dass dieser handgearbeitete Weiße Tee einer der teuersten Tees auf dem Weltmarkt ist. Dabei ist bei dem Tee des old stile noch nicht einmal sicher, ob dieser denn auch tatsächlich exportiert wird. Heutzutage dürfen im new style neben der Knospe auch zwei bereits geöffnete Blätter mitgepflückt werden und in einem letzten Schritt dürfen die Blätter in einer Schlusstrocknung erhitzt werden. Beide Faktoren machen die Herstellung des Weißen Tees sowohl deutlich billiger als auch ertragsreicher.
Für jede Anbauregion ist das Herstellen von Weißem Tee eine Herausforderung. Aufgrund der hohen Preise und der wachsenden Nachfrage nehmen immer mehr Teegärten in China, Sri Lanka und in Indien die Weißteeproduktion in ihr Sortiment mit auf. In Teilen geschieht dies sogar mit erfreulichen Ergebnissen.

Die Zubereitung – step by step

Die Zubereitung ähnelt sehr der Zubereitung von Grünem Tee.

  • Das Wasser sollte beim Aufgießen nicht mehr kochen, sondern bereits auf ca. 75 bis 80 Grad Celsius abgekühlt sein. Denn nur so wird der Tee nicht angegriffen, sondern kann seine volle Wirkung entfalten, indem sich die Inhaltsstoffe ausbreiten können.
  • Pro Tasse eignet sich ein gehäufter Teelöffel des Weißen Tees.
  • Die Ziehzeit beträgt 2-5min.

Yin Zhen gilt als der perfekte Weiße Tee und weist Blättchen wie silberne Nadeln auf. Brüht man diese auf, so schwimmen sie zuerst waagerecht auf der Wasseroberfläche, bevor sie sich langsam aufrecht stellen und schließlich zu Boden sinken. Ein wirklich wunderbar mit anzusehendes Schauspiel!

Tipp: Ganz besonders ist an Weißem Tee, dass er nicht bitter wird. Deshalb kannst Du die Teeblätter getrost mehrmals aufgießen und genießen. Mach Dir doch am besten einen kleinen Spaß daraus und lass alle verschiedenen Geschmacksaromen auf dich wirken. Die Intensität des Tees verändert sich nämlich mit jedem Aufguss, was das Trinken von Weißem Tee sehr abwechslungsreich macht.

Weißer Tee – von der Herstellung über die Zubereitung bis hin zur Geschmacksvielfalt wurde zuletzt modifiziert am: April 19th, 2016 von Sophie