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Tee mit oder ohne Zucker und Milch?

Das ist einerseits eine Geschmacksfrage und zwar im zweideutigen Sinn und andererseits hängt die Beantwortung der Frage „Tee mit oder ohne Zucker und Milch?“ stark vom kulturellen und geografischen Einfluss ab.

Verschiedene Zucker-Typen für den Tee-Genuss
In Deutschland pflegen wir die multikulturelle Teekultur. Wir bevorzugen je nach persönlichem Geschmack Grüntee, Schwarztee, weißen Tee, Kräutertee, Früchtetee und süßen nach dem eigenen Geschmacksempfinden mit ganz unterschiedlichen Süßungsmitteln. Das heißt, es muss nicht immer Zucker sein, auch Honig, Stevia, Süßholzwurzel kommen da in die Tasse – oder eben pur.

Das betrifft vor allen Dingen den grünen Tee, der seine Aromen nur ungesüßt voll entfalten kann. Aber auch in Deutschland gibt es eine eigenständige Teekultur, die sich auf die Ostfriesen bezieht. In Ostfriesland wird der Friesentee mit Kluntje (grobe, weiße Kandisbrocken) und Sahne getrunken. Der Kandiszucker kommt dabei als erstes in die Tasse, gefolgt von Tee und Sahne, wobei der Tee jedoch nicht umgerührt wird. So ergibt sich ein Geschmackserlebnis von sahnig über herb bis süß.

Andere Länder – Andere Tee-Sitten

Wenn wir über den Tassenrand hinausblicken, dann lässt sich die Frage nach Zucker und/oder Milch im Tee auch länder- oder kontinentspezifisch beantworten:

England, Schottland

Die britische Teekultur ist weltberühmt und hat ihr hohes Prestige-Image auch zu einem Großteil dem eleganten, salonfähigen High Tea oder Five o´Clock Tea zu verdanken.

Der kräftige Schwarztee wird in Teegenießerkreisen ausschließlich mit Milch getrunken. Die Engländer servieren zum Tee entweder pikante Sandwiches oder süße Leckereien. Gerade süßes Gebäck ersetzt hier auch den Zucker im Tee. Wer sich seinen Tee ohne Zucker gar nicht vorstellen kann, der sollte diese Variante einmal ausprobieren. Auf der einen Seite bleibt so der unverfälschte Geschmack des Tees erhalten, auf der anderen Seite wird der Wunsch nach Zucker erfüllt.

Die Schotten mögen es hochprozentiger im Tee und würzen ihn mit einem Schuss Whiskey. Die Reihenfolge ist klar definiert: Erst ein Schuss Whiskey, dann eine Prise Zucker und zum Schluss der Tee.

Arabien, Orient

In den arabischen Ländern, z.B. Ägypten, ist Zucker im Tee ein Muss. Besonders beliebt sind Minztees mit reichlich Zucker. Dieser stark gesüßte Tee wird selbst bei heißen Temperaturen warm getrunken. Auch in der Türkei ist Zucker im Tee sehr beliebt und wird gerne großzügig verwendet. Milch hingegen ist in der arabischen und orientalischen Welt für den echten Teegenuss tabu.

Mongolei, Russland, China

Die mongolische Teekultur schwört auf Butter im Tee. Die russische Bevölkerung süßt ihren Tee mit Früchten, Marmelade oder Gelee. In China und Japan wird grüner Tee absolut ohne Zucker und Milch getrunken. Generell empfehlen Teekenner, den grünen Tee weder mit Süßungsmitteln noch Milch zu versetzen, da so der Geschmack des Tees verfälscht wird und auch die feine Aromenentfaltung nicht zum Tragen kommt.

Zucker oder doch lieber süße Alternativen? Stevia, Süßholzwurzel & Co

Immer wieder kommen im Zusammenhang mit Zucker gesundheitliche Argumente ins Spiel: „Zucker ist schlecht für die Zähne, Zucker macht dick, Zucker ist ungesund“. Aber mal ehrlich: Wer täglich seine Tasse(n) Tee trinkt und dabei mit Bedacht süßt, der kann den erhobenen Zeigefinger getrost vergessen. Zucker ist in verschiedenen Ausführungen erhältlich, für echte Teefans finden sich diverse Sorten Kandis, z.B. weißer und brauner Kandis, Demerarazucker, Rohrzucker, spezieller Teekandis oder Kandis-Sticks und natürlich die friesischen Kluntjes.

Alternativen zum Zucker tun sich für den Teefreund reichlich auf. So hat das südamerikanische Steviakraut auch den deutschen Markt erobert, allerdings sind hier die Geschmäcker zwiegespalten. Stevia ist in Blattform, als Tabs, Streusüße oder Fluid erhältlich. Der Zuckerersatzstoff, der fast 300 mal so süß wie Zucker ist, enthält zwar keinerlei Kalorien, die Aufnahme von Stevia sollte laut Empfehlung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit jedoch auf 4 mg/kg Körpergewicht am Tag beschränkt sein. Hier kommt es also entscheidend auf die Dosierung an. Um Tees zu süßen, empfehlen sich die Stevia-Blätter, die zuvor aufgebrüht werden. Der Sud lässt sich dann fein dosiert in den Tee geben. Süßholz oder Lakritze ist ebenfalls eine Alternative zu Zucker. Verwendet wird in erster Linie die Süßholzwurzel – Gemahlen, geraspelt oder als Wurzelstück. Und zu guter Letzt sei noch der Honig erwähnt, wobei sich hier mehr als eine Sorte auf dem Markt tummeln. Je nach Geschmacksrichtung kann beim Süßen mit Honig daher auch der Eigengeschmack des Tees verändert werden.

Jeder Teeliebhaber muss hier für sich selbst entscheiden, wie er seinen Tee trinkt. Wer seinen Tee zu bitter oder stark empfindet, der sollte eventuell seinen Aufbrühvorgang genauer unter die Lupe nehmen, denn eine falsche oder fehlerhafte Zubereitung hat wesentlichen Einfluss auf die Entfaltung von Bitterstoffen und den Geschmack.

Für den unverfälschten Geschmacksgenuss empfehlen wir, die Variante ohne Zucker oder Ersatzstoffe und Milch wenigstens einmal auszuprobieren und bewusst den Tee mit den sensiblen Geschmacksnerven im wahrsten Sinne des Wortes auszukosten.

 

 

Tee mit oder ohne Zucker und Milch? wurde zuletzt modifiziert am: August 20th, 2014 von Sophie